Spiritualität und Geld

Die Welt und die Menschen sind voller Konzepte. Dies betrifft auch das weite Feld der Spiritualität. In kaum einem anderen Bereich tun sich die Leute so schwer, Geld für eine Dienstleistung auszugeben. Zwar möchten sie gesund werden (was ihr Arzt nicht geschafft hat), ihre Probleme lösen (was ihr Psychologe nicht geschafft hat), endlich glücklich sein (was ihr Partner nicht geschafft hat) usw., aber sie möchte dies möglichst umsonst. Warum ist das so? 

Warum möchten Menschen für spirituelle Dienste nichts bezahlen?

Über diese Frage habe ich mit vielen Leuten gesprochen. Wir sind zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen, haben jedoch herausgefunden, dass es viele Gründe (zwar verschieden, doch auch miteinander zusammenhängend) gibt, warum manche das Zahlen eines Honorars für hervorragende spirituelle Dienste scheuen. 

Mangelndes Vertrauen

Viele Menschen sind zwar offen für spirituelle Dienste, jedoch fehlt ihnen am Ende das Vertrauen. Funktioniert diese Methode wirklich? Kann die Person das überhaupt? Werde ich womöglich manipuliert?

Fehlende Transparenz

Im weiten Feld der Spiritualität kommen laufend neue Begriffe und Techniken hinzu. Familienstellen oder Channeling kennt inzwischen jeder, aber was machen Energie-Therapeuten, Quantenheiler, Energiebehandler usw.? Viele können oder wollen sich nicht damit beschäftigen, worum es dabei genau geht und ob diese Methode die passende für sie ist.

Furcht vor Scharlatanerie

Viele Menschen sind zwar offen, können aber nicht wirklich erkennen, ob ein Angebot seriös ist oder nicht. Die Angst vor Betrug ist so alt wie die Menschheit, denn seit jeher wurde in allen (!) Lebensbereichen gelogen und betrogen. Dies betrifft auch den spirituellen Bereich, wo es viele unqualifizierte “Möchte-Gerns” gibt. 

Falsche Vorstellungen

In den Köpfen existiert nach wie vor die Vorstellung, dass Hilfe und Heilung nichts kosten dürfen (schaut man sich das heutige Gesundheitswesen an, ist dieser Spruch bereits absolut hinfällig und niemand stellt infrage, dass eine OP eine Unsumme Geld kostet). Ein Mensch, der eine seriöse spirituelle Dienstleistung anbietet, verfügt über eine qualifizierte Ausbildung und entsprechende Persönlichkeit, um mit Menschen arbeiten zu können. In der Regel hat er viele Jahre oder Jahrzehnte darauf hingearbeitet und viel Zeit und Geld in seine Laufbahn gesteckt. Auch die Tätigkeit selbst erfordert Zeit, Hingabe, Konzentration und Liebe zum Menschen. Dies soll und muss entsprechend honoriert werden.

Die Haltung der “Spiris” selbst

Während meiner Laufbahn habe ich viele Menschen kennen gelernt, die sich auf den spirituellen Weg gemacht und dabei einige weltliche Vorstellungen über Bord geworfen haben. Eine davon ist, dass “Spiris” nichts mehr brauchen, außer dem Nötigsten zum Leben – also ein Dach über dem Kopf und eine warme Mahlzeit am Tag. Vor ewigen Zeiten mag das so gewesen sein, dass ein Yogi mit Lendenschurz den ganzen Tag in seiner Höhle saß und meditierte. Dies hat jedoch mit unserem heutigen westlichen Leben nichts mehr zu tun und ist einfach weltfremd. So gesehen tragen “Spiris” selbst mit zu dem Irrglauben bei, Jenseitsmedien, Quantenheiler oder Reconnective-Healing-Practicioner könnten von Luft und Liebe leben. 

Das meiste sind falsche Vorstellungen

Ich persönlich kann all die oben genannten Gründe nachvollziehen, weswegen Menschen sich scheuen, Geld für eine spirituelle Leistung auszugeben. Aber: Ein Großteil davon beruht schlicht auf falschen Vorstellungen. Wenn ich als Jenseitsmedium meine Dienste anbiete, stecken zum einen Jahre der Vorbereitung (inklusive Zeit und Geld für viele Seminare, Persönlichkeits- und Bewusstseinsentwicklung) dahinter, als auch der individuelle Zeitaufwand für jeden Klienten. Im Übrigen leben wir in einem Land, in dem Dinge wie Wohnen, Essen, Versicherungen, Auto usw. nun einmal Geld kosten.

Eigeninitiative des Klienten

Dass ein Anbieter qualifiziert und seriös sein muss, steht außer Frage. Jedoch ist jeder interessierte Klient m.E. verpflichtet, sich mit dem Angebot des Anbieters auseinanderzusetzen und zu erspüren, ob es passend für ihn sein kann, anstatt pauschal alles kostenfrei haben zu wollen. Dazu gehört auch ein bisschen Eigeninitiative oder der Mut, den Anbieter einfach mal zu kontaktieren. “Nein” sagen geht am Ende immer, wenn derjenige doch nicht als passend erscheint.

Fazit

Gute spirituelle Dienste müssen aus meiner Sicht honoriert werden, auch um den Kreislauf des Gebens und Nehmens zu schließen. Es fühlt sich einfach gut und vollständig an, etwas zu geben, wenn ich etwas bekommen habe.

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