Wenn Menschen allein sterben

Im Leben hat man so vieles miteinander geteilt und es ist nur natürlich, seinem Lieben auch im Moment des Todes zur Seite stehen zu wollen. Eine der häufigsten Sorgen, die Angehörige von Verstorbenen plagen, ist, dass derjenige allein und ohne Begleitung gestorben ist.

Tatsächlich sind in den meisten Jenseitskontakten, die ich bisher herstellen durfte, die Menschen allein gegangen (wobei ich nicht weiß, ob das repräsentativ ist). Selbst wenn Angehörige im Haus waren, starb derjenige, während sich die Person nur einen Kaffee in der Küche holte. Oder jemand lag im Krankenhaus und starb, als die Angehörigen gerade gegangen waren. Anderen ging es noch relativ gut und sie verabschiedeten sich “Bis morgen!” und starben nur unmittelbar danach.

Warum hat er nicht auf mich gewartet?

Solche Fälle gibt es immer wieder und jedes Mal lassen sie die Angehörigen traurig oder verwirrt zurück. “Warum hat er/sie nicht auf mich gewartet?” oder “Warum musste er/sie allein sterben?” sind häufige und verständliche Fragen. Die meisten Verstorbenen geben darauf eine recht einhellige Antworten: Der Übergang fiel ihnen leichter, wenn niemand mit ihm Raum war. Die Anwesenheit eines lieben Angehörigen hätte das Loslassen viel schwieriger gemacht, zumal der Angehörige sich zumeist in einem emotionalen Ausnahmezustand befindet. Zudem ist der Übergang von dieser in die jenseitige Welt ein sehr intensives Erlebnis und viele konzentrieren sich ganz auf sich und diesen Moment, ohne sich von ihren Lieben “ablenken” zu lassen. 

Wenn Begleitung wirklich gefehlt hat

Jedoch gibt es auch Fälle, in denen sich der Verstorbene eine Begleitung gewünscht hätte, diese aber nicht möglich war. Gerade im Jahr 2020 dürfen viele Patienten in Krankenhäusern oder Hospizen aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie kaum oder sogar keinen Besuch empfangen und sind deshalb beim Sterben allein. Gerade kürzlich erlebte ich so einen traurigen Fall. Jedoch sagte der Mann, dass er gewusst habe, dass seine Familie nicht bei ihm sein durfte und es gern gewesen wäre, und es gab keinerlei Vorwürfe oder Schuldzuweisungen seitens des Verstorbenen.

Das Berührende im Jenseitskontakt ist, dass wir den Verstorbenen danach fragen können, warum er allein gegangen ist und wie er sich dabei gefühlt hat. Dies schafft viel inneren Frieden bei den Angehörigen, und das oftmals nach vielen Jahren der Sorgen und Selbstvorwürfe.

Bild von Gaertringen auf Pixabay

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